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Ihr DRK Ortsverein 
Achern e.V.

Die Anfänge

Der Frauenverein Achern wurde am 16. Juli 1859 im Hinblick auf die bestehende Kriegsgefahr gegründet. Nachdem diese gebannt war, stellte er seine Tätigkeit vorübergehend ein, wurde aber 1865 neu ins Leben gerufen. 1875 erhielt der Verein eine Satzung und trat als Zweigverein dem Badischen Frauenverein bei.
Der Verein, der zunächst nur der Unterstützung armer Kranker diente, erweiterte in den folgenden Jahren seine Tätigkeit. Flick- und Kochkurse wurden abgehalten und die Aufsicht beim städtischen Handarbeitsunterricht und in der Gemeindekochschule geführt. Der Verein unterhielt eine eigene Kinderschule. Arme wurden mit Lebensmitteln unterstützt. Er wirkte bei der Bekämpfung der Lungentuberkulose mit. Für den Fall des Krieges war die Einrichtung einer Genesungsstation vorgesehen.

Gründung der Sanitätskolonne Achern 1903

Sanitätskolonne Achern Anfang des 20. Jahrhunderts

Die Gründung der „Sanitätskolonne Achern“ ist untrennbar mit dem Namen des Arztes Dr. Franz Xaver Kohler verknüpft. Nachdem schon zuvor andere Städte des Landes, Tauberbischofheim, Offenburg, Rastatt usw., vorangegangen waren, erhielt im Jahre 1903 der Oberamtmann Hoerst vom Bezirksamt Achern vom Ministerium des Inneren den Auftrag, auch in Achern eine Sanitätskolonne aufzustellen. Am 27. Juni 1903 fand dann die Gründungsversammlung im Ratskeller statt. Etwa 20 Bürger aus Achern und den umliegenden Orten Fautenbach, Önsbach, Oberachern und Sasbach waren zusammengekommen, um aktiv bei der Kolonne mitzuwirken. 


Bei den ersten Wahlen wurde der Kaufmann Theodor Burkard, Vorstand des Militärvereins, Kolonnenführer. Es lag auch nahe Herrn Dr. Kohler, der sich 3 Jahre zuvor als praktischer Arzt in Achern niedergelassen hatte, als Kolonnenarzt zu wählen.
Er brachte nicht nur jugendliche Tatkraft mit, sondern auch praktische Erfahrungen – hatte er doch während seines einjährig-freiwilligen Dienstes beim Dragoner-Regiment in Karlsruhe die Hilfskrankenträger ausgebildet. Dr. Franz Xaver Kohler prägte in den folgenden Jahren die Kolonne nachhaltig.

Aufgaben der Sanitätskolonne am Anfang des Jahrhunderts

Städtisches Hospital: 1912 stand das städtische Hospital in der danach benannten Spielstraße

In einem Zimmer der Handelsschule begann Dr. Kohler damals seine Ausbildungstätigkeit im November 1903. An ein bis zwei Abenden in der Woche unterrichtete er während der Herbst- und Wintermonate die Helfer in der „Ersten Hilfe“. Dieser Brauch hat sich bis in die späten 50er Jahre hinein erhalten. Nach Ostern, im April oder Mai 1904, fand die erste Abschlussprüfung und Schlussübung statt. 
Die Aufgabe des Roten Kreuzes bestand damals nicht nur darin, bei Unglücksfällen zu helfen, die Verletzten zu verbinden und transportfähig zu machen, es galt vor allem auch, Kranke gegebenenfalls in das Acherner Krankenhaus zu befördern. Die Hilfsmittel waren denkbar einfach: 4 – 6 behelfsmäßige Tragen, mit denen sie die ganze Umgebung versorgten.

Erste Gönner der Sanitätskolonne

Von Anfang an war das Rote Kreuz wie überall, auch in Achern auf den Opfergeist nicht nur den eigenen Reihen, sondern auch von Außenstehenden angewiesen. Der Staat stellte keine Mittel zur Verfügung, aber es fanden sich immer einzelne Gönner, die das richtige Verständnis für die segensreichen Ziele des Roten Kreuzes hatten und Mittel für das Überleben des Roten Kreuzes aufbrachten. So stiftete nach dem Ablauf des ersten Jahres die Glashütte die Uniformen für die Sanitäter. Diese war die ehemalige Tracht des aufgelösten Musikkorps der Fabrik. Sie war nicht ganz stilgerecht, befriedigte aber das Bedürfnis, durch die Gemeinsamkeit der Kleidung den Geist der Kameradschaft und Disziplin zu betonen und bei allen Anlässen der Hilfeleistung ihren Träger zu legitimieren.

Erster Weltkrieg

Entladung eines Lazarettzuges: Während des 1. Weltkrieges verkehrten auf der Achertalstrecke auch Lazarettzüge.

Eine ernste Bewährungsprobe brachte nach 11 Jahren der Erste Weltkrieg. Die Acherner Sanitätskolonne gab die meisten ihrer Mitglieder an die Wehrmacht ab. Auch die Zurückgebliebenen hatten strengen Dienst. Sie mussten die eintreffenden Verwundetentransporte betreuen, die Schwerverletzten ausladen und zum Krankenhaus Achern schaffen. Dieses wurde in ein Reservelazarett verwandelt.
Nach dem unglücklichen Ende des ersten Weltkrieges kehrte die Kolonne zu ihren Aufgaben im Frieden zurück. Ausbildung und Einsatz vollzogen sich wieder in dem gleichen Rahmen wie zuvor.

Frauen im Roten Kreuz Achern

Lydia Ernst
(Foto: Privatarchiv Rainer Gerber)

In die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen fallen einige wichtige Änderungen und Fortschritte im Aufbau des Roten Kreuzes. Von nun an gab es auch Helferinnen. 1929 wurde der Sanitätskolonne eine Frauenabteilung angegliedert. Seit dem Herbst des Jahres nahmen an den Lehrgängen, die je 20 Doppelstunden umfassten, neben den Männern auch Frauen und Mädchen teil, die sich als „Samariterinnen“ ausbilden ließen. Nach 5 Jahren bildeten die Helferinnen einen eigenen Zug unter der Führung von Elisabeth Ganzmann.

Die NS Zeit

Die Aachener Bereitschaft 1933

Die Umgestaltungen, die das politische und soziale Leben Deutschlands mit Hitlers Machtantritt erfuhr, wirkten sich auch auf das Rote Kreuz aus. Zum Zwecke einer strafferen Zusammenfassung wurde die Bereitschaft Achern 1934 der Kreisbereitschaft Bühl unterstellt. Sie setzte sich aus je einer männlichen und weiblichen Abteilung, Bühl I und Bühl II, zusammen. Die Kolonne Bühl II bildeten die Sanitätsabteilungen von Achern, Kappelrodeck, Ottenhöfen und Renchen. Zum Kreisführer wurde jeweils der Amtsarzt des Bezirkes bestimmt. Gemäß dem Reichsgesetz vom 07.12.1937 ging das Badische Rote Kreuz am 0l.0l.1938 im Deutschen Roten Kreuz auf. Unterricht, Übungen und Prüfungen blieben wie bisher; die „Beschwerdeordnung", „Grußdisziplin", „Bekleidungsvorschriften" usw. wurden besonders betont. Seit der Sudetenkrise traten die Kriegspläne Hitlers immer deutlicher in Erscheinung; Luftschutz- und Gasschutzübungen bereiteten die Mitglieder des Roten Kreuzes auf die kommenden Katastrophen vor.

Zweiter Weltkrieg

Der Zweiter Weltkrieg stellte den Zug Achern vor Aufgaben, die an Schwere und Umfang beträchtlich über die des Ersten Weltkrieges hinausgingen. Wieder rückte ein großer Teil von Helfern zur Wehrmacht ein. Die Helferinnen zog man nicht nur zu Sanitätsdiensten, sondern auch für andere Zwecke heran, in der ersten Zeit besonders als Nachrichtenhelferinnen. Im Laufe der Kriegsjahre beanspruchte sie die Wehrmacht in immer wachsender Zahl. Auch die Nichteinberufenen hatten vielerlei Pflichten zu erfüllen. Da Achern als letzter Ort der „roten Zone" noch im Frontbereich lag, hatten sie anfangs bei dem Abtransport der Evakuierten und bei der Aushändigung der Gestellungsbefehle mitzuwirken. Sie betreuten die Bessarabien-Deutschen, die im Kloster Neusatzeck und im Erlenbad untergebracht waren, sowie die Südtiroler Kinder, die in der Volksdeutschen Schule der Illenau ihre Unterkunft gefunden hatten. Im Hinblick auf die befürchteten Fliegerangriffe richtete man in Verbindung mit der Luftschutzwache im alten Rathaus eine Sanitätswache ein, die aus 2 Helfern bestand. Bei Fliegeralarm mussten sich alle Helfer und Helferinnen auf der Befehlsstelle einfinden. Andere Mitglieder taten im Krankenhaus Achern und im Teillazarett Friedrichshöhe Dienst.


Die erwarteten Fliegerangriffe blieben in den ersten Jahren aus. Erst im Jahre 1944 erfolgte am 28.09. ein Angriff, der 5 Opfer forderte. Bald folgten weitere. Am 03.12.1944 legten Bomben den Bahnhof in Trümmer, am nächsten Tag richteten Tiefflieger ein schweres Blutbad unter einer Fahrzeugkolonne auf der Straße zwischen Fautenbach und Önsbach an. Den furchtbarsten Angriff erfuhr Achern am 07.0l.1945, er legte einen großen Teil Acherns in Asche. 


Dazu ein Augenzeuge, Herrn Wilhelm Stinus, der damals Zugführer war: 
„Gerade war ich aus dem Volkssturm heimgekommen und saß beim Mittagessen, als es Voralarm gab. Ich trete hinaus in den Hof. Schon ziehen die feindlichen Bomberverbände über uns in Richtung auf Rastatt dahin. Gilt es doch nicht uns? Ich will aufatmen, da geschieht es. Es war 12:25 Uhr des herrlichen Wintersonntags: Ein dritter Verband fliegt an, setzt Rauchfahnen über unseren Häuptern ab. Entsetzen packt mich. „Jetzt müssen wir alle sterben", rufe ich noch aus, dann sofort hinunter in den Keller. Draußen bricht die Hölle los, aber in meinem gut abgestützten Keller hören wir nur dumpf das schnelle Wummern der Aufschläge und Explosionen .... ist es vorüber? Schwerfällig taste ich in die Höhe, den Schrecken noch in allen Gliedern. Ringsum in der Kapellenstraße brennt es. Die Nachbarn schreien und wimmern. Verbandzeug und Kasten an mich gerafft, und ich haste durch die Häuser, aus denen rechts und links die Flammen schlagen, zu unserem Depot im alten Rathaus. Es liegt in Trümmern, hinüber sind alle Verbandskästen und Tragen. Also sofort mit Kamerad Retsch zur Gewerbeschule, dort muss noch ein größerer Verbandskasten sein. Wir tappen hinunter in den dunklen Keller, verirren uns, die Kiste ist verstellt, ja, wo ist sie denn? Beißender Rauch dringt durch die Kellerluken herunter von der nahen Germanenhalle, die lichterloh brennt, und raubt uns den Atem. Müssen wir ersticken? Endlich haben wir den Kasten und finden ins Freie.
Mit anderen Kameraden geht es nun an die gefährdetsten Plätze, wir teilen uns ein, mit Nachbarn und Helfern grabe ich die Familien Ronecker und Schneider heraus. Nachbar Schneider und seine Schwägerin sind tot, Frau Schneider hat einen doppelten Schädelbruch und eine Knieverletzung. Wir verbinden sie und schaffen sie ins Krankenhaus. Dann geht es wieder zurück an die Arbeit. Bald hier, bald da muss ich Hand anlegen. Besonders die Soldaten in der Fabrikgasse hat es schrecklich erwischt. Nachts 0:30 Uhr ist endlich das Notwendigste getan. Todmüde, aber glücklich, dass ich mit den Meinen gesund davon gekommen bin, taumle ich nach Hause .... Kaum finde ich daheim noch einen freien Platz. Der letzte Winkel ist besetzt, belagert von Nachbarn, die obdachlos geworden sind ..."


84 Todesopfer haben die Luftangriffe auf unsere Heimatstadt gefordert. 108 Gebäude waren völlig zerstört, schwer beschädigt waren 69 Gebäude und leicht beschädigt 315. Die Dienste, welche die Männer und Frauen des Roten Kreuzes vor allem bei diesem Bombenangriff an den Verletzten, den Verzweifelnden und Sterbenden geleistet haben, wurden nirgends dokumentiert.

Auflösung des Roten Kreuzes

Nach dem schlimmen Ende des Dritten Reiches und dem Einzug der Siegermächte in Deutschland löste der Befehl der Feinde das Deutsche Rote Kreuz als rechtliche Organisation auf. Sie sahen aber auch, dass der innere Zusammenhang der Kameraden unauflösbar war, weil er der unaufhebbaren Notwendigkeiten des sozialen Lebens entsprang. Durch die furchtbare Not der ersten Nachkriegsjahre kamen weitere Pflichten und karitative Betätigungen hinzu.
Trotz des Verbots und der Vernichtung der Dienstbekleidung hielten die Helfer zusammen. Gelegentlich gab es Zwischenfälle, wenn während der Sperrstunden ein Kranker durch einen Sanitäter in das Krankenhaus gebracht werden musste. Die französischen Soldaten hatten aber im Allgemeinen eine hohe Achtung vor dem Roten Kreuz, und manch einen bewahrte das Schild an der Haustür vor Plünderung und Belästigung.

Schweizer Schulspeisung/Wärmestuben

Schweizer Kinderspeisung 1946/47 in Achern
Schweizer Kinderspeisung 1946/47 in Achern

Die neuen Aufgaben lagen in dem Kampf gegen Hunger, Kälte und die Lebensnöte der Ärmsten und Hilflosesten. Als der verheerende Mangel an Lebensmitteln und die amtlich festgesetzten Hungerrationen weite Kreise des Volkes härtesten Entbehrungen und Krankheiten aussetzten, trat das Schweizer Rote Kreuz mit seinen Schul- und Volksspeisungen auf den Plan. Dass diese segensreiche Hilfe auch Achern zugute kam, war der Tatkraft und Umsicht des damaligen Bürgermeisters Morgenthaler zu verdanken.
Im Spätsommer des Jahres 1946 setzte die Schweizer Hilfe in Achern ein; sie wurde der Obhut des damaligen Bereitschaftsführers anvertraut und hat bis zum Juli 1950 gedauert. Allerdings konnte ab dem Winter 1948/49 das Rote Kreuz die Kosten nicht mehr aufbringen. Der Staat übernahm die Finanzierung und es musste ein kleiner Unkostenbeitrag entrichtet werden (pro Kind und Tag 15 Pf., das zweite Kind einer Familie 10 Pf, das dritte und weitere Kinder 5 Pf.). Unterstützt von den Damen anderer Wohlfahrtsverbände teilten Helferinnen täglich Portionen an die Schulkinder aus. Dazu kam bald die Speisung von alten und bedürftigen Einwohnern aus der Volksküche. Mit den Kindern zusammen waren es im Herbst und Winter 1947/48 ca. 800 Personen, die täglich verköstigt wurden. Die Mahlzeiten waren gut zubereitet und fettreich, sie haben sicherlich Viele vor ernster Erkrankung bewahrt. – Was einzelne der Helferinnen in den ersten Nachkriegsmonaten mit dem Risiko strengster Bestrafung getan haben, um hungernde, abgerissene Kriegsgefangene vor dem Allerschlimmsten zu bewahren, das kann hier nur angedeutet werden. 
Das Fehlen von Feuerholz machte sich auch in unserer holzreichen Gegend sehr bemerkbar, wenn auch nicht so schnell wie in den Großstädten. So wurde am 01.12.1947 eine Wärmestube eröffnet. Hier gab es dann auch Mahlzeiten und warmen Tee aus der Volksküche. Am 31.03.1948 wurde die Wärmestube wieder geschlossen.    

Neugründung des Ortsvereins Achern

Den ersten Schritt zur Wiederherstellung des Roten Kreuzes tat das „Badische Hilfswerk" im Jahre 1946. Zwei Jahre später folgte der zweite Schritt. Am 26.02.1948 begründete Dr. Hammes in einer Versammlung in den Räumen des Gymnasiums den Ortsverein Achern des Roten Kreuzes. Ihm traten 35 aktive Mitglieder bei, 12 männliche, 23 weibliche, und 116 passive. 
In der Besetzung der Ämter hat von da an ein starker Wechsel geherrscht. 
Mit der Neubegründung des Ortsvereins Achern konnte der Wiederaufbau in aller Form beginnen. Es galt zunächst, die vernichteten Bestände an Arzneien, Verband- und Transportmitteln, an Uniform- und Ausrüstungsstücken zu ersetzen. Eine Straßensammlung im Oktober 1948 und freiwillige Spenden der Bürgerschaft ermöglichten es bald, die Verbandstaschen aufzufüllen. Bis zum 0l.08.1950 waren drei Verbandskästen, eine Trage und ein Tragetuch beschafft und es entstanden 3 Unfallmeldestellen mit je einem Verbandskasten. Ein Jahr später kam eine vierte und fünfte Meldestelle in Sasbach und Oberachern hinzu. Seit dem Frühjahr 1952 wird während der warmen Jahreshälfte eine beständige Sanitätswache unterhalten, die sich im Heim der Feuerwehr befand. Die Bestände an Dienstkleidung konnten, dank den letzten Jahressammlungen, in den notwendigsten Teilen aufgefüllt werden.

Aufgaben nach dem Zweiten Weltkrieg

Neben der Ersten Hilfe bei Unfällen waren weitere Schwerpunkte der Arbeit: 
Suchdienst: Es mussten Suchmeldebögen ausgefüllt und als Duplikat an den staatlichen Suchdienst gegeben werden, eidesstattliche Erklärungen aufgenommen, weitergeleitet und gelegentlich auch Todesnachrichten überbracht werden. 
Durch umfassende mündliche und schriftliche Befragung der Heimkehrer – seit 1952 waren es 33 in unserem Amtsbezirk – konnte das Schicksal mehrerer Vermisster aufgeklärt und ihre Angehörigen von quälender Ungewissheit befreit werden. Es wurden Angehörige von Gefangenen, Vermissten und Gefallenen betreut. Aus dem Amtsbezirk Achern befanden sich 1953 noch 9 Mitglieder in russischer Kriegsgefangenschaft; sie wurden vom Ortsverein mit Paketen betreut
Es wurden Erholungsmaßnahmen für Kinder, Mütter und Heimkehrer in der Schweiz und auf dem Lande vermittelt.
Deutsche Zivilarbeiter in Frankreich im Heimaturlaub wurden betreut.
Durch Sammeltransporte, Annahme und Versand von Gefangenenpost wurden die Kriegsgefangenen in der Fremde begleitet.
Der Ortsverein unterstützte den Staat bei der Heimkehrerbetreuung. Die Heimkehrer wurden mit dem Notwendigsten (z.B. Schuhe, Kleidung, Unterkunft) von den Helfern des Ortsvereins versorgt.Jungendrotkreuz
Unter der Leitung des Rektors Kraut entstand 1951 das Jugendrotkreuz Achern. Es versuchte schon unter der Schuljugend das Verständnis für die Aufgaben des Roten Kreuzes zu wecken und den nötigen Nachwuchs zu sichern. Bis in die Neunziger gab es immer wieder mit Unterbrechungen Jugendrotkreuzgruppen.Gründung des Arbeitskreises „Häusliche Krankenpflege“
Im Jahr 1955 wurde der Arbeitskreis „Häusliche Krankenpflege“ ins Leben gerufen. Dieser setzte sich zum Ziel, der Bevölkerung die häusliche Krankenpflege näher zu bringen und interessierte Personen auszubilden. Die Hauspflegekurse fanden bis 1989 statt.

Ausbau Rot-Kreuz-Heim

1957 wurde im Feuerwehrhaus in Achern das neue Rot-Kreuz-Heim ausgebaut. Dies entstand über den Fahrzeuggaragen der Feuerwehr. Die Helfer erbrachten sehr viel Eigenleistung. Von diesem Zeitpunkt an konnten Ausbildungen und Dienstabende in eigenen Räumlichkeiten durchgeführt werden. 
Blutspendeaktionen
Der erste Blutspendetermin, der vom Ortsverein Achern durchgeführt wurde, fand am 04.02.1959 statt. Im Schnitt werden bis heute jährlich drei Blutspendeaktionen durchgeführt. Die Spenderzahl blieb seither konstant. In der Zeit als die Acherner Bundeswehrkaserne noch belegt war, gab es auch dort regelmäßig Termine.

Erste „Schnelleinsatzgruppe“

Zwischen dem DRK, der Glashütte Achern und dem Autohaus Hatz wurde 1960 eine Vereinbarung getroffen. 
Die Glashütte stellte Betriebssanitäter, Helfer und Fahrer zur Verfügung und deponierte einen Verbandskasten „K50“ im Pförtnerhaus, der von der Glashütte angeschafft wurde. Sie verpflichtete sich Sanitäter und Helfer im Einsatzfall frei zu stellen und den Lohn fort zu zahlen. Die Firma Autohaus Hatz stellte Fahrzeuge zur Verfügung um die Helfer schnellst möglich an den Einsatzort zu bringen. Diese „Schnelleinsatzgruppe“ wurde bei größeren Unfällen und Katastrophen alarmiert.
1962 legte sich das DRK Achern einen Katastrophenschutzanhänger zu, um das Material an den Einsatzort zu transportieren. 
Weihnachtsaktion für bedürftige Personen in Achern
Von 1970 bis 1985 wurden immer an Weihnachten bedürftige Personen in Achern mit einem Paket unterstützt. Diese beinhalteten: Butter, Kaffee, Kuchen und kleine Geschenke. Dieser weihnachtliche Gruß wurde persönlich überbracht.

Trennung der Bereitschaften

1975 wurde durch eine Bereitschaftsanhörung beschlossen, dass die bisherige Bereitschaft Achern, die aus den Ortsvereinen Achern, Oberachern, Fautenbach, Mösbach, Önsbach und Gamshurst bestand, in zwei Bereitschaften aufgeteilt wird. Fortan gibt es die Bereitschaften „Achern Stadt“ (Ortsverein Achern) und „Hornisgrinde“.

Katastrophenalarm in Achern

Am Mittwoch, 28.05.1980 um 19.50 Uhr wurde Großalarm für alle Bereitschaften im Kreisverband Bühl ausgelöst. „Das Kreiskrankenhaus Achern brennt!“ Einige Minuten später wurde das Ausmaß des Brandes ersichtlich und es wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Dies bedeutete für die 20 Helfer unseres Ortsvereins ca. zwei Tage Dauereinsatz. Die übertragenen Aufgaben waren Rettung der Patienten aus dem Gefahrenbereich und Weiterbetreuung in der Jahnhalle. Für alle Betroffenen und Einsatzkräfte war diese Katastrophe ein dramatisches und unvergessliches Ereignis.
Im Zuge dieses Brandes wurden zur besseren Verständigung im Einsatz vier neue Funkgeräte angeschafft.

Neues Einsatzfahrzeug

Ein knappes Jahr später kaufte sich der Ortsverein ein Einsatzfahrzeug. Dies war ein gebrauchter Opel Bedford Blitz. Zur Überraschung Aller war der Vorbesitzer Tony Marshall. Vor dieser Anschaffung mussten die Helfer mit privaten PKW’s fahren und das Material transportieren.
Flüchtlingsbetreuung 
In den Jahren 1981 – 1983 betreute der Ortsverein zunächst DDR-Flüchtlinge und später Flüchtlinge aus Albanien im Seehotel Achern. Es wurden Kleider- und Möbelspenden organisiert und die Betreuung der Menschen gewährleistet.

Kleiderkammer

Es bildete sich ein Arbeitskreis, der eine Kleiderkammer aufbaute und betrieb. Zu diesem Zweck stellte 1989 Familie Haug in der Rennbahnstraße einen kostenlosen Raum zur Verfügung. Dieser war rasch mit gespendeten Kleider angefüllt. Der Andrang der Bedürftigen war so groß, dass immer nur 2 – 3 Personen zur Kleiderausgabe konnten. Über jeden Abholer wurde Kartei geführt, wer, wann, was, wie viel bekommen hatte. Auch aus dem Kreisverband Bühl kamen Anforderungen an die Kleiderkammer, Hilfstransporte in Krisengebiete mit Kleiderpaketen zu unterstützen. Aus Zeit- und Platzmangel konnte die Kleiderkammer ab 1994 nicht mehr weitergeführt werden.

Ferienfreizeit

Ein neuer Weg in der Jugendrotkreuzwerbung wurde im Jahr 1992 beschritten. Da es zu diesem Zeitpunkt keine Jugendrotkreuzgruppe gab, sollten mit einer Ferienfreizeit auf einem Hausboot in Frankreich neue Mitglieder geworben werden. Diese Freizeit wurde zwei Mal angeboten, da der Andrang sehr groß war. Leider konnten durch diese sehr aufwendigen Werbeaktionen keine Mitglieder gewonnen werden.

Neue Einsatzfahrzeuge

Ersatzweise für das bisherige Einsatzfahrzeug wurden 1994 zwei kleinere Fahrzeuge angeschafft. 
Einige Jahre später wurde eines der Fahrzeuge durch einen Kombi ersetzt, um das Material und die Helfer besser transportieren zu können.

Rufmeldeempfänger und Einsatzkleidung

Im Jahr 2000 wurden zunächst 10 und dann nochmals 12 neue Rufmeldeempfänger angeschafft. Dies ermöglicht eine bessere Alarmierung durch die Leitstelle und löste die alte Telefonkette ab. Für eine höhere Sicherheit sorgte die neue Einsatzkleidung „Bonn 2000“.

Ortsverein wird zum e.V.

Nach längerem Tauziehen mit etlichen Behörden schaffte es der Ortsverein 2001 zum eingetragenen Verein (e.V.) zu werden. Zuvor war der Kreisverband stellvertretend für den Ortsverein die gerichtsfähige Person. Es können nun Grundstücke, Vereinsunterkunft und Fahrzeuge auf den Ortsverein als Eigentümer umgeschrieben werden.

Erwerb der neuen Vereinsunterkunft

Dieser Eintrag als Verein ermöglichte dem Ortsverein den Erwerb der neuen Vereinsunterkunft in der Neulandstraße. Das Gebäude wurde vom Arbeiter-Samariter-Bund Mittelbaden abgekauft. Erst nach umfangreichen Aufräum- und Renovierungsarbeiten konnte der Unterrichtsraum und das Material zusammengelegt werden. Nach dem Umzug aus dem Feuerwehrhaus und den Garagen gegenüber des Krankenhauses finden die Dienstabende und Ausbildungen im neu gestalteten Vereinsheim statt. Das Außengelände war in einem sehr verwucherten Zustand und musste in sehr viel Eigenarbeit hergerichtet werden. Zur Erleichterung der aktiven Bereitschaftsmitglieder bekam jeder einen eigenen Spind, um die Einsatzkleidung vor Ort bereit zu haben. Dies fördert zusätzlich den reibungsloseren Ablauf jedes Einsatzes.

Katastropheneinsatz in Bitterfeld

Beim Jahrtausendhochwasser im Sommer 2002 fuhr eine Gruppe des Kreisverbandes Bühl zur Ablösung des Kreisverbandes Karlsruhe nach Bitterfeld ins Katastrophengebiet. Darunter waren sieben Mitglieder des Ortsvereins Achern. Ihr Aufgabenfeld erstreckte sich von Verpflegung und Betreuung von Flutopfern bis hin zur Sicherung des Rettungsdienstes. Die Hauptaufgaben der Einsatzkräfte waren die enorm große Zahl der zivilen Helfer zu verpflegen und medizinisch zu betreuen. Die große Solidarität unter der Bevölkerung, den freiwilligen Helfern und den Hilfsorganisationen war sehr groß. Dieser Einsatz war sehr beeindruckend und erfahrungsreich für die Einsatzkräfte.

Fusion der Bereitschaften Achern und Oberachern

Im September 2002 wurde nach einer gemeinsamen Bereitschaftsanhörung die Zusammenlegung der Bereitschaften Achern und Oberachern beschlossen. Dies war erst möglich nachdem der Zug Oberachern aus der Bereitschaft Hornisgrinde ausgetreten war. Beide Ortsvereine erhoffen sich eine gute Zusammenarbeit.

100 Jahre DRK Ortsverein Achern

Nach ereignisreichen Jahren kann der Ortsverein Achern e.V. sein 100-jähriges Bestehen im Jahre 2003 feiern. Dies wird mit einem Festbankett und einem „Tag der offenen Tür“ am 24. und 25. Mai 2003 gefeiert.

Seit 1928 beim Roten Kreuz

Mit Theresia Schütterle wurde erstmals eine Person für 75-jährige aktive DRK-Mitgliedschaft ausgezeichnet - Theresia Schütterle konnte eine eigens dafür entworfene und hergestellte Ehrennadel vom Deutschen Roten Kreuz entgegennehmen, die es so bisher noch nicht gab. Für 75 Jahre aktive Mitgliedschaft in dieser Organisation erhielt sie als Erste in der Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes die Ehrennadel.

Hoher Besuch war angereist, um der 91-jährigen die Auszeichnung im Bürgersaal im Beisein von weiteren Persönlichkeiten des Kreis- und Ortsverbandes zu übergeben. Josef Großmann kam diesmal nicht als Lokalpolitiker aus Bühl, sondern als Ehrenmitglied dest? Präsidiums des DRK in Berlin in die große Kreisstadt. In seiner Laudatio erinnerte er daran, dass Theresia Schütterle bereits für 60 und 70 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt worden war. Auch hatte sie bereits die Henry-Dunant-Gedenkmünze erhalten. Damals war er noch Präsidialratsvorsitzender gewesen.

Für ihn gehören die Menschen, die im DRK wirken, untrennbar mit der Organisation zusammen, denn sie bedingen sich wie Nut und Feder, verglich er. Ohne Menschen wie Theresia Schütterle bliebe auch die Organisation nur eine Theorie, die keine Wirkung und schon gar keine Wirkung weltweit haben können. Sie habe alle Ausbildungen seit ihrem Beitritt zum DRK im Jahr 1928 erfolgreich abgelegt. Dazu gehörten Erste-Hilfe-Kurse ebenso wie 1930 der Sanitätskurs (alt) oder 1954 der Führerlehrgang und der Verpflegungskurs. Die ganzen Jahre hindurch, solange es gesundheitlich möglich war, arbeitete sie aktiv mit.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Johanna Kübel, die stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Bühl-Achern. Sie kenne Theresia seit über 50 Jahren und sie freue sich besonders, dass der Gedanke des DRK von ihr in ihrer Familie weitergegeben wurde. Schon immer haben Frauen wesentlich im DRK mitgearbeitet. Heute haben sich aber vor allem die Inhalte bei Rettungsdienst, Sozialarbeit und Breitenausbildung geändert.

Und auch für Oberbürgermeister Reinhart Köstlin, der diesmal als Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Achern auftrat, steht fest, dass sie zu den Persönlichkeiten des DRK gehört. Für ihn sei dieser Termin eint? besonderer gewesen, da er eben einmalig sei.

Zu den weiteren Gratulanten gehörten Werner Vögele, Ehrenrat im Kreisverband, Roland Meixel, der Kreisgeschäftsführer, Gerlinde Haungs, Kreisbereitschaftsleiterin, sowie Felix Hodapp, Ehrenmitglied des Ehrenrates des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern.

(Foto: Jens Baumgärtner; aus: Acher-Rench-Zeitung, 09.09.2003)

Neues Einsatzfahrzeug

Im Laufe des Jahres 2005 erhält die Bereitschaft Achern einen weißen VW Golf 2 zur eigenen Verwendung. Dieser wird in Eigenarbeit zum Einsatzfahrzeug umgerüstet: ein 4m-Funkgerät wird eingebaut, ebenso wie ein Sondersignalbalken. Das Fahrzeug wird mit Warnfolie beklebt und mit Einsatzmaterial bestückt.

Veröffentlichung der neuen Internetpräsenz

Im August 2005 geht der neue Internetauftritt WWW.DRK-ACHERN.DE online. Er wird ständig erweitert und beinhaltet neben allen wichtigen Informationen zu Ortsverein und Bereitschaft stets aktuelle Termine und Neuigkeiten.

Dachrenovierung Vereinsheim

Das Flachdach des Vereinsheimes wurde über die Jahre undicht. Im Herbst 2005 wurde von der Bereitschaft Achern in ungezählten Arbeitsstunden ein Pultdach aufgesetzt. Dadurch bleiben nicht nur Ausbildungs-, Büro-, Umkleideräume, Lager und Garagen trocken, sondern werden auch zusätzlich wärmeisoliert.

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

Während der Fußball-Weltmeisterschaft waren auch in Achern viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Allein im Stadtgarten Achern war während jedem der 64 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ein Sanitätsdienst vor Ort. Die Acherner Helferinnen und Helfer wurden dabei tatkräftig von Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaften Kappelrodeck-Waldulm und Sasbach unterstützt, ohne die eine solch große Anzahl an Diensten nicht hätte geleistet werden können. Zumal über die gesamte Dauer ja auch sämtliche regulär anfallenden Dienste abgedeckt werden mussten: Als Beispiel seinen hier nur exemplarisch ein über ein gesamtes Wochenende andauernder Erste-Hilfe-Kurs und der Sanitätsdienst beim Triathlon in Großweier genannt.

Dass der Sanitätsdienst im Stadtgarten durchaus von Nöten war, zeigt die Bilanz des Spektakels: Genau 103 Hilfeleistungen dokumentierten die Sanitätshelferinnen und Helfer in ihren Protokollen. Darunter findet sich ein großes Spektrum von kleinen und großen Notfällen: Die einfacheren Hilfeleistungen waren die Betreuung von Kindern, die ihre Eltern nicht mehr finden konnten, Pflaster und Verbände für kleinere Wunden sowie die Versorgung von Schwellungen aller Art. Zu den schwerwiegenderen Notfällen gehörten neben einem Krampfanfall auch mehrere Alkoholvergiftungen und viele Kreislaufversagen, die zum Teil gemeinsam mit dem diensthabenden Arzt behandelt wurden. Der Rettungsdienst musste 6 Mal zur weiteren Patientenversorgung und dem Transport ins Krankenhaus in den Stadtgarten gerufen werden.

Zum Eigentor für das DRK Achern entwickelte sich das Viertelfinale der Deutschen Mannschaft gegen Argentinien: Nach dem Erfolg der Klinsmänner kletterten übermütige Fans auf ein Einsatzfahrzeug und sprangen darauf herum. Die Folge: Totalschaden. Die Täter ergriffen die Flucht, nachdem ihr Treiben entdeckt wurde. Sowohl der Security-Dienst des Veranstalters als auch die vor Ort präsente Polizei konnten die Täter nicht dingfest machen. Die Spurensicherung nahm zwar die am Fahrzeug gefundenen Hinweise auf, die Ermittlungen der Polizei führten jedoch zu keinem Ergebnis.

Public Viewing im Stadtgarten

Das Gelände füllt sich langsam bis man sich kaum mehr bewegen kann. Am 29.06.2008 zum Finale der Fußball-EM im Stadtgarten. Foto: Karl-Heinz Withum

Zum ersten Mal fand die Aktion "1:0 für Achern" mit Achern-aktiv zur Fußball-WM 2006 im Stadtgarten statt. Das Bild zeigt das Finale der Fußball-EM am 29. Juni 2008.

DRK Oberachern geht „Vernunftehe“ mit Achern ein

Rot-Kreuz-Geschichte endet nach 100 Jahren

Achern-Oberachern (mg). Genau 100 Jahre nach seiner Gründung streicht der DRK-Ortsverein Oberachern die Segel. Er wird mit allen Mitgliedern, Sachwerten und Konten mit dem DRK-Ortsverein Achern zusammengelegt. In der letzten Hauptversammlung des Ober-acherner Vereins am Freitag in der Waldseegaststätte stimmten die Mitglieder einstimmig für diesen Schritt. Er war unumgänglich, weil die Zahl der aktiven Rotkreuzler in Oberachern in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden war.

„Alles wieder aufzubauen, schien aussichtslos“, sagte Matthias Huck-Schaaf, der vor zwei Jahren den Vorsitz des DRK Oberachern übernommen hatte. Schon sein Vorgänger Eberhard Perk habe gewusst, dass der Ortsverein Oberachern nicht allein weiter bestehen kann. Ohne sein Engagement wäre er „schon lange den Bach runtergegangen“. Als man 2004 einen Nach-folger für den erkrankten Eberhard Perk wählte, stand auch er bereits für die Zusammenfüh-rung, die jetzt zum Jahresende vollzogen werden soll. Matthias Huck-Schaaf ist der Leiter der Rettungswache Achern und kommt aus Rastatt.

„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“, freute sich Oberbürgermeister Reinhart Köstlin über die einstimmige Willenserklärung der Vereinsmitglieder. Das DRK Achern und Oberachern arbeiteten bereits seit vier Jahren eng zusammen, sagte Köstlin auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des DRK Ortsvereins Achern: „Ich heiße Oberachern herzlich willkommen und denke, dass wir gemeinsam stärker sind.“ Er dankte Matthias Huck-Schaaf für das „gute Ende“, das zu erreichen nicht einfach gewesen sei.

Von einer „Vernunftehe“ sprachen die Vorstandsmitglieder nach dem Beschluss. In Ober-achern gebe es zwar mehrere hundert passive DRK-Mitglieder, aber gerade mal 15 Aktive. Beim Sanitätsdienst und der Erste-Hilfe-Ausbildung habe man schon seit Jahren nur gemein-sam mit Achern agieren können. Die Bereitschaft Hornisgrinde habe den Ortsverein von 1975 bis 2001 unterstützt, die Bereitschaft Achern seit 2002. Dafür habe man den Ortsverein Achern finanziell bisher nicht entschädigt. Doch in der schriftlichen Erklärung zur Zusammenlegung heißt es ausdrücklich, dass dies nachgeholt werden soll.

Über das Vermögen des DRK Ortsvereins Oberachern informierte sich die Kreisbereitschafts-leiterin des DRK, Gerhilde Haungs. „Die Mitgift ist schon relativ groß“, bestätigte sie, ohne die Summe zu nennen, die dem DRK Achern 2007 zugeschlagen werden wird. Der Kasse des Ortsvereins Oberachern gehe es sehr gut, war von Kassenprüfer Hermann Jäger zu hören. Er hatte keine Beanstandungen, sodass Schatzmeisterin Sabine Proft einstimmig entlastet werden konnte. Gerhilde Haungs bat die Mitglieder um die Entlastung des Vorstands und äußerte keine Bedenken von Seiten des Kreisvorstands. Einstimmig wurde der Vorstand entlastet. „Ihr dürft mich bald Ex-Vorsitzender nennen“, sagte Matthias Huck-Schaaf.

Weiterbestehen wird die Tradition der Blutspende in Oberachern. Unter der Leitung von Elf-riede Köppel und Irene Weber soll es auch künftig zwei Blutspendetermine in der Turn- und Festhalle geben. „Das läuft immer gut und klappt prima“, berichtete Irene Weber und führte aus, dass in den vergangenen Jahren immer deutlich mehr als 100 Blutkonserven pro Termin in Oberachern gewonnen werden konnten. „Schön, dass die Blutspende noch läuft“, lobte die Kreisbereitschaftsleiterin. „Ich freue mich, dass das weitergeht. Sie können die Oberacherner am besten ansprechen“, sagte Oberbürgermeister Köstlin dazu. Die Gründung einer „Arbeits-gemeinschaft Blutspende Oberachern“ innerhalb des Ortsvereins Achern sei daher eine gute Lösung. Für die laufenden Ausgaben sollen die Organisatoren nach dem Willen des noch be-stehenden Ortsvereins „einen angemessenen Teil der Aufwandsentschädigung, welche der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg zur Verfügung stellt“ erhalten. Insgesamt hoffe man auf eine erfolgreiche Zukunft als Teil des Ortsvereins Achern.

Bericht aus dem Acher- und Bühler Bote vom 23.10.06 (Michaela Gabriel)

Neues Einsatzfahrzeug

Nachdem im Sommer 2006 der Golf 2 durch Vandalismus während eines Sanitätsdienstes zerstört wurde, musste als Eratz ein neues Einsatzfahrzeug beschafft werden. Der im Ortsverein Achern aufgegangene Ortsverein Oberachern beschaffte zur "Hochzeit" Ende 2006 einen VW T5, der z. T. in Eigenarbeit ausgebaut und beklebt wurde.

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